Blut abnehmen - oh nein!? Blutentnahmen sind für die meisten Kinder und ihre Familien unangenehme Termine. Aber mit der richtigen Vorbereitung ist die Blutentnahme nur noch halb so schlimm!
Bei einem Ambulanztermin in der Tigerambulanz ist es sehr wahrscheinlich, dass wir bei Ihrem Kind eine Blutentnahme durchführen müssen. Diese ist mit Schmerzen, vielleicht auch mit Ängsten verbunden. Eine gute gemeinsame Vorbereitung macht die Blutentnahme für alle Beteiligten leichter!
Tipps und Tricks
Darüber sprechen
Schon vor der Blutentnahme werden Sie vermutlich miteinander darüber sprechen. Vielleicht fällt es Ihnen schwer, die richtigen Worte zu finden, weil sie Sorge haben, Ihr Kind bereits vorher nervös zu machen. Das Wichtigste ist unserer Erfahrung nach: Bleiben sie ehrlich und positiv, ohne zu verharmlosen. Statt „Es tut nicht weh“ sagen Sie lieber: „Du merkst, dass dort etwas gemacht wird, aber wir geben auf dich acht“. Oder statt: „Es ist doch alles gut“ könnten sie sagen: „DU machst das sehr gut!“
Ebenso sind “nie” und “immer” ungünstige Worte: Statt „Das hat ja noch NIE geklappt“ lieber: „Lass uns neugierig sein, wie gut es heute klappen wird“. Statt „Blutentnahmen sind IMMER so schwierig“, besser ausgedrückt: „Manchmal gibt es Sachen, die schwierig waren, aber dann doch gut klappen“.
Dabei sein
Sie als Eltern sind für Ihr Kind am aller wichtigsten. Ihre Anwesenheit und Ihre Ruhe sind die beste Voraussetzung dafür, dass Ihr Kind sich entspannen kann. Während der Blutentnahme können Sie Ihrem Kind mit einer sogenannten Komfort-Position Sicherheit und Geborgenheit geben. Gleichzeitig sorgen sie hiermit für einen etwas eingeschränkten Bewegungsraum, der uns den Eingriff erleichtern kann. Wir helfen ihnen gerne, die für Ihr Kind und Sie passende Position zu finden!
So machen Sie die Blutentnahme passend für Ihr Kind
Je nach Alter und Entwicklungsstand sollte die Begleitung Ihres Kindes Folgendes beinhalten
- Bis 12 Monate: Halten Sie Hautkontakt. Stillen oder Nuckeln mit einer zuckerhaltigen Lösung wird ein beruhigender und schmerzstillender Effekt nachgewiesen.
- 1-5 Jahre: Nehmen Sie Ihr Kind auf den Schoß oder in die Arme und seien Ihrem Kind so nahe, wenn dies zur Beruhigung beiträgt
- 6-12 Jahre: Lassen Sie uns Ihr Kind gemeinsam altersgerecht informieren und bieten ihm Wahlmöglichkeiten - mag es bei Ihnen sein oder möchte es alleine sitzen oder liegen? Bleiben Sie stets in der Nähe.
- 13-18 Jahre: Hier geht es um Selbstbestimmung und gute Aufklärung. Auch hier gilt: Ihre Nähe wird sich auszahlen!
- In jedem Alter gilt: Ihre eigene Ruhe überträgt sich auf Ihr Kind.
Mittlerweile gibt es einige gute Möglichkeiten der Schmerzreduktion bei akuten Schmerzen:
- Mit anästhetischen Salben wie zum Beispiel Emla ("Zauberpflaster") können wir die die Haut unempfindlich machen. Die Salbenpflaster müssen mindestens 1 Stunde einwirken und ca. 15 Minuten vor dem Eingriff entfernt werden. Wir helfen dabei, das Pflaster vorab an die richtige Stelle zu kleben.
- “Buzzy” oder “Brummel” ist ein medizinisches Hilfsgerät. Durch Kälte und Vibration werden die Schmerzweiterleitung und somit lokale Schmerzen reduziert. Unsere Wahrnehmung wird etwas ausgetrickst, da es unserem Gehirn schwerfällt, mehrere Reize gleichzeitig zu verarbeiten. Die Methode ist für Kinder ab ca. drei oder vier Jahren geeignet.
- Mit Ablenkung die Aufmerksamkeit lenken: Eine altersgerechte Ablenkung ist mittlerweile eine wissenschaftlich nachgewiesene, etablierte Technik. Dies geht zum Beispiel mit einem spannenden Buch, einem Spielzeug oder Tablet.
- Auch Ablenkung durch positive Erinnerungen oder Fragen nach schönen Erlebnissen sorgen für positive Gedanken. Nutzen sie alle Sinne: Wie war der letzte Urlaub? Was gab es zu essen am Wochenende? Wie hat es am Meer oder im Zoo gerochen? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Je tiefer sie eintauchen, desto intensiver reagiert der Körper und entspannt sich auch in der Situation der schmerzhaften Intervention.
- Außerdem kann bewusstes, tiefes und langsames Atmen helfen, Seifenblasen, das Lieblingskuscheltier, singen, Spiele wie „ich packe meinen Koffer" , "Ich sehe was, was du nicht siehst“ oder auch Fantasiereisen.
Wir helfen auch gerne bei der Ablenkung mit verschiedenen Möglichkeiten aus unserer Ablenkungskiste.
Zögern sie nicht uns anzusprechen!
Ihr Team der Tigerambulanz
Kontakt